So, so folgt nun Teil 2 der Psycho-Exfreund-Saga.
Ich hatte mich also getrennt. Und den weinenden Einsiedlerkrebs zurückgelassen. Einen Tag später traf ich ihn abends auf der Kirmes.
Ich wusste, dass er da sein muss - war ich doch von jedem, den ich auch nur entfernt kannte, angesprochen worden. "Du hast mit F. Schluss gemacht?" - "Hey, ich hab gehört, du und F., ihr seid getrennt?" blah. Mein Ruf eilte mir also voraus.
In Form meines Exfreundes. Der alle, die er nur irgendwie mit mir in Verbindung bringen konnte (selbst wenn er selbst sie eigentlich nicht kannte!), ansprach. Und ihnen erzählte, dass ich Schluss gemacht hätte und wie schlecht es ihm ginge... Ich lief nun also über die Kirmes und entschuldigte mich bei jedem, den ich traf, für meinen werten Herrn Exfreund.
Bis ich dann selbst auf ihn traf. Hackenstramm, versteht sich (ich sagte ja, der Junge verträgt nichts!). Steuerte prompt auf mich zu, um mich zu fragen, wie es mir ginge - gut, danke, und selbst? ... "Nachdem ich 3 Kopfnüsse geraucht und viel Schnaps getrunken habe geht es mir jetzt auch wieder gut."
Kopfnüsse rauchen?! Ja, na gut, soll er mal machen. Das war aber leider nur der Anfang.
Einer Bekannten erzählte er sogar, es wäre ihm gleich, wenn ich ihn nicht lieben würde, er hätte quasi genug Liebe für uns beide und ich solle trotzdem mit ihm zusammen sein - nur solle ich ihm das vielleicht nicht so häufig offen sagen. ... Auf Wiedersehen Stolz! Auf Wiedersehen Selbstachtung!
Ja, es war vielleicht nicht ganz günstig, direkt einen neuen Freund zu haben - wobei ich nicht glaube, dass er das überhaupt mitbekommen hat in seinem Weltschmerz.
Wenn ihr jetzt aber glaubt, das war alles, habt ihr euch getäuscht (das wäre des Psychos nicht würdig!).
Eigentlich ging der Spaß jetzt erst richtig los. Er wollte mich zurück. Und zur Not wollte er dafür alles geben. Selbstachtung, Stolz, irrsinnig viel Geld, wenn nötig.
Mein Handy klingelte also alle halbe Stunde. Mein Telefon klingelte. Ich denke, ich kann von Glück sagen, dass ich noch bei meinen Eltern wohnte, sonst wäre er sicher auch vorbei gekommen.
Häufig genutztes Gesprächsthema: "Ich wollte mich von dir verabschieden - morgen werde ich nicht mehr da sein." Beim ersten Mal hatte ich noch irrsinnige Angst. Aber eigentlich war er schon immer zu sehr Waschlappen als dass er das wirklich durchziehen würde.
Hatte ich schon erwähnt, dass er besonders gern nachts anrief? Schlafen konnte er wohl nicht mehr so gut. Ich dank ihm dann allerdings auch nicht mehr.
Einzige Möglichkeit: Handy auf lautlos stellen. Telefon nachts ausstöpseln. Nie ans Handy gehen, wenn ich die Nummer nicht kannte. Bei "Unbekannter Teilnehmer" sowieso nicht. Und das ganze ungefähr 3-4 Monate, aus Gewohnheit habe ich mein Telefon noch länger ausgestöpselt nachts.
Leider hatten wir die gleiche Stammdisco. Und in ebendieser hat er mich immer wieder angelabert.
Irgendwann wich das Wieder-zurückhaben-Wollen dem Freunde-sein-Wollen. Er erzählte mir seine Lebensgeschichte - ungefragt, versteht sich. Jede Woche. Zusätzlich zu den SMS mit Entschuldigungen für das, was er getan hatte und dass er es wieder gut machen wolle.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich wurde ihn einfach nicht los. Typische Geschichte:
Ich lernte in der Disco jemanden kennen, es ergab sich, dass wir knutschten - irgendwann beugt er sich zu mir und sagt "Du, ich will nicht paranoid erscheinen, aber da starrt uns jemand an." Bingo!
Wie lange das alles dauerte? Die Trennung war 08/2005. Mehr oder weniger regelmäßig belästigt wurde ich bis Ende 2008. Richtig, 3 Jahre.
Mitte 2008 erzählte er übrigens einer Bekannten, mit der ich unterwegs war, dass er immer noch in mich verliebt sei und mich sofort zurücknehmen würde.
Los geworden bin ich ihn dann erst mit einer Todesstoß-StudiVZ-Nachricht, in der ich ihm zum 10.000x zu verstehen gab, dass ich weder jetzt noch später irgendein Bedürfnis habe, Kontakt zu ihm zu pflegen. Irgendwie muss das wohl angekommen sein. Erstaunlich, aber wahr.
Nun denn. Er labert bis heute noch Mensche zu, die er mir zuordnen kann. So wie letztens eine Freundin von mir, der er wieder ungehörigen Schund erzählte. Dieses war also der "gegebene Anlass".
Zu meiner letzten Begegnung mit ihm habe ich hier etwas verfasst.
Und, verdient er den Namen Psycho-Exfreund?
aber hallo, wenn den Titel einer verdient, dann er - soweit ich das jetzt beurteilen kann
AntwortenLöschenWilde Geschichte..
oh 3 Jahre ist heavy o_O
AntwortenLöschenHaha, herrlich der Knabe. :) Danke fürs Posten.
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