Ich bin zurück aus Irland, zurück im wahren, realen Leben. Aufstehen um 6 Uhr morgens, in Vorlesungen setzen und versuchen, zuzuhören... Real life is no craic!
Und nun sitze ich hier in meinem realen Leben und es fühlt sich irgendwie... unecht an. Diesmal war es schwieriger wieder zu gehen als damals im Juni nach 10 Monaten. Da diese Stadt mein anderes zu Hause geworden ist, mein zu Hause ohne Stress, Verpflichtungen und ohne Rechenschaft irgendwem gegenüber.
Ich bin jetzt eine Woche wieder da. Und es fühlt sich an wie mindestens einen Monat her!
Als ich am 17.11. nach dem Check-In zu meinem Gate marschierte, war ich noch ganz ruhig. Und setzte mich in die Nähe von 6 oder 7 ziemlich verkaterten Jungs, die mit allerfeinstem irischen Country-Accent miteinander sprachen. Und ich war froh, dass ich den irischen Akzent noch unter allen anderen Akzenten heraushören würde. In Flieger dann die Flugbegleiterin mit ihrem "Ah, aren't you brilliant, darling?!" und ich wollte endlich wieder ankommen in Irland. Als mich dann noch der Busfahrer "Love" nannte und auf die Frage, ob ich das erste Mal nach Galway fahren würde, mit einem "Nein, ich habe dort ein Jahr lang gelebt!" antworten konnte, war ich angekommen, bevor ich überhaupt angekommen war.
Ich muss wirklich seltsam ausgesehen haben, wie ich mit meinem Handgepäcksköfferchen (oh ja, ich hatte 10kg Handgepäck für 10 Tage Irland dabei!!), meiner Laptoptasche und meinem Handtäschchen 2 Stunden lang einfach nur die Einkaufsstraße in Galway rauf und runter lief und dabei ein dickes Grinsen im Gesicht hatte (ich grinste quasi jeden dämlich an, besonders diejenigen, die auch noch sehr irisch aussahen...).
Aber meine Schlafgelegenheit, ein Freund (G.) der es mir freundlicherweise ermöglichen wollte, 10 Tage bei ihm für umsonst zu schlafen, musste noch in der Uni Kurse besuchen und lernen (letztes Studienjahr, die Noten in dem Jahr zählen enorm viel in Irland), sodass ich meinen Koffer noch nicht abliefern konnte. Nachdem er dann doch fertig war, nahm der Abend einen - objektiv betrachtet - dateartigen Verlauf. Oder wie würdet ihr dieses hier nennen?
Zunächst gingen wir essen bei einem kleinen Italiener, zum Essen tranken wir ein Glas Weißwein - und er zahlte. Danach gingen wir zu ihm nach Hause, ich stellte meinen Koffer ab und richtete mich ein (während er noch eben zum Yoga ging...) und danach schauten wir eine DVD - auf seinem Laptop in seinem Bett.
Na? Ja, dass es kein Date war, kann ich aber durchaus glaubhaft bestätigen. Schließlich gab es ca 1m Sicherheitsabstand auf dem Bett (ich wollte gar nicht erst eine seltsame Stimmung aufkommen lassen) und geschlafen habe ich in einer Abstellkammer auf einem Schlafsack (und in einem weiteren Schlafsack).
Ja, und so plätscherten die ersten 4 Tage so dahin: Morgens ließ mich G. aus dem Haus, ging zur Uni oder lernte zu Hause und ich lief munter durch Galway, trank einen Kaffee und las - ich hatte mir "Water for Elephants" gekauft und konnte so zufrieden am Fluss sitzen und lesen, bis mir kalt wurde. Ich traf meine Freundinnen wieder und plauschte mit ihnen, bekam echtes asiatisches Essen und trank wunderschönes Guinness.
Ich hatte nichts zu tun in Galway - und ich liebte es.
Und ich freute mich unheimlich darauf, meine letztjährigen Mitbewohnerinnen wieder zu sehen - zumal sich nun abzeichnete, dass wir alle gemeinsam in der Wohnung des Freundes einer Freundin einer meiner Mitbewohnerinnen schlafen könnten (der Herr weilte nämlich zur Zeit in Holland) und so nicht bei irgendwelchen anderen Leuten unterkommen mussten.
Und am Montag kam sie dann auch endlich, die erste von 3en (im folgenden: P.) :)
... Irland war einfach so großartig, dass ich mich dazu gezwungen fühle, mehrere Blogeinträge dazu zu verfassen - ein einziger würde diesen 10 Tagen einfach nicht gerecht werden. Außerdem ist die Rechnung einfach:

♥ Ich will ja immer noch, dass du einen Iren heiratest und nach Galway ziehst. Ich denke, dort könntest du ruhigen Gewissens glücklich werden.
AntwortenLöschenIch LIEBE Irland. Ja, ich bin erst 14 und war erst ein Mal da, aber ich liebe es. Die Landschaft, die Dörfer, das Meer, die Menschen, ich liebe es...
AntwortenLöschenhttp://spruso.blogspot.com/