Im Hostel habe ich ein paar Spanier kennen gelernt. Machen in Irland einen Sprachkurs.
Mit C. habe ich mich einmal darüber unterhalten, wieso er das gerade in Irland macht, und nicht in Oxford oder sonstwo in England.
Die Sache ist die: C. war letztes Jahr wohl schon mal in Kanada, um Englisch zu lernen - blöd nur, dass ihm da fast nur Spanier untergekommen sind und er in seiner Freizeit mit denen was unternommen und fast nur spanisch gesprochen hat. Deshalb nun Irland - er dachte, dort seien vielleicht weniger Spanier und er könnte auch nach dem Unterricht mehr englisch sprechen.
... Tja, falsch gedacht. Allem Anschein nach können die Spanier so schlecht Englisch, dass sie sich überall verteilen, wo man englisch lernen kann. Meine Mitbewohnerin im Hostelzimmer zB ist im "Anfängerkurs" und kann keinen ganzen Satz geradeaus sprechen (wir verstehen uns sonst aber prima! Zeichensprache, Begriffe... :D).
Aber diese Spanier sind supernett. Und spontan wurde ich gestern gefragt, ob ich mitkommen wolle in einen Pub, dort sei Karaoke-Night. Da ich sonst nichts vorhatte (haha, was auch, ich kenn doch sonst niemanden hier), bin ich natürlich mitgegangen.
... Nein, gesungen habe ich nicht. Ich hatte mich gerade dazu durchgerungen, da war es auch schon Mitternacht und im Pub war Schicht im Schacht. Dafür haben die Spanier (und die vermehrten sich in diesem Pub dermaßen, die ganze "Schule" war dort :D) gesungen: Macarena. Waren aber leicht vom englisch aufblinkenden Text irritiert, deshalb war nur der Refrain gut mitgeträllert.
Als dann der Pub schloss, machten wir uns noch auf in einen Club - mit Stempel auf der Hand bewaffnet, die uns freien Eintritt bescherten und bei frühzeitigem Eintreffen auch noch ein Freibier versprachen.
Im Club wars ganz nett, wenn auch die Musik so unendlich laut war, dass man sein eigenes Wort kaum verstand - und ich konnte in meiner Tasche meine Ohrenstöpsel nicht finden, was mir einen wunderbaren Piepton auf den Ohren verschaffte, als ich schlafen wollte.
Irgendwann saß ich dort also auf einem Höckerchen und dachte daran, bald mal zu verschwinden, als auf einmal von rechts eine Stimme kam und irgendwas auf mich einredete. Wie ich herausfand, war das Billy. Ein Ire, der gerne mit mir sprechen wollte.
Ich ja auch gern mit ihm - hätte ich auch nur ein Wort von dem verstanden, was er gesagt hätte! Allerdings beruhte das auf Gegenseitigkeit - Billy verstand mich ebenfalls nicht. Nachdem ich 20 Mal "Meike!" gebrüllt hatte und er mich immer angrinste und wieder fragte, wie ich hieße, gab ich es auf, versuchte ihm zu erklären, dass er mich nicht verstünde und ich ihn nicht (Pah, als hätte er das verstanden! Während ich das erklärte, erzählte er mir nämlich, er hieße eben Billy) und irgendwann sah er das wohl doch ein und verzog sich.
Betrunkene Iren haben so einen seltsamen Akzent mit allen möglichen verschluckten Vokalen und Konsonanten, dass man sie in einem Club definitiv nicht in der ersten Woche in Irland verstehen kann - aber ich bin guter Hoffnung, dass es besser wird!
So, Liebste Grüße ans Festland!
Klingt, als hättest du Spaß da. Freut mich. :)
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